Atem der Talbewohner
In der Reihe LOCAL HERO erhielt jede an der Kulturhauptstadt 2010 beteiligte Kommune eine Woche lang die Gelegenheit, sich und ihre kulturellen Potenziale einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Im Auftrag des soziokulturellen Zentrums Werk°Stadt haben wir ein ungewöhnliches Kulturprojekt für die Stadt Witten entwickelt und realisiert.

Unter dem Titel ATEM DER TALBEWOHNER inszenierten wir im Juni 2010 an zwei Tagen eine „theatrale Expedition“ durch das Wittener Ruhrtal; eine Collage in zwei Teilen aus Choreographien, Musik, Installationen am Wegesrand, Rezitationen und Unterhaltung. Die Stätten der Performance gewannen neue Bedeutung: Campingplatz Steger, LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall und Burgruine Hardenstein.

„Originale“ und Persönlichkeiten, Alte und Junge, Künstler und Laien hauchten einer ungewöhnlichen Inszenierung Atem und Witz ein: CamperInnen, Tänzerinnen, Zauberer, MusikerInnen, Schauspieler, Schamaninnen, Videokünstler, Literaten und Flaneure. Gut 80 Akteure zwischen sechs und 83 Jahren wirkten mit.

Teil 1
Campingplatz Steger
„WIR SIND STEGER!“

Am ersten Tag standen Camper als Experten im Improvisieren und Meister im Realisieren von individuellen Träumen und Lebensentwürfen im Mittelpunkt. Sie sind sehr innovativ, wenn es darum geht, Mängel zu beseitigen oder Bedürfnisse zu stillen. Jede/r „erfindet“ Gerätschaften, Apparate, Dekorationen usw und stellt diese auch her. Was es nicht gibt, das bau ich mir! Dieses pragmatische Prinzip haben wir zum Inhalt eines Wettbewerbes gemacht. Die etwa 300 BesucherInnen und CamperInnen stimmten über die Sieger des Wettbewerbes ab. Abschließender Höhepunkt des Abends war das Konzert eines Salon-Ensembles auf einem Floß auf der Ruhr.

Teil 2
Zeche Nachtigall & Burgruine Hardenstein
„ZWISCHEN DEN WELTEN“ und
„DIE VERTREIBUNG VON GOLDEMARS FLUCH“

Mit der historischen Muttenthalbahn erreichten die Besucher stilecht die Zeche Nachtigall. Zeche und die Burgruine Hardenstein sind stumme Zeugen vergangener Tage. Kohleabbau, Ziegelsteinproduktion und Rittergeschlechter gibt es nicht mehr. Aber sind diese Orte deshalb auch tot? Oder liefern sie uns Anlass zur Auseinandersetzung mit ihnen, mit uns, mit unserer Identität? Diese Fragen machten wir zur Aufgabe für KünstlerInnen und ExpertInnen; mal ganz konkret und mal künstlerisch-abstrakt. An der Muttenthalbahn nahmen sich Schauspieler des Themas an; auf der Ofendecke der Ziegelei wirbelten Tänzerinnen den Staub der Geschichte auf, Medienkünstler präsentierten einen Trickfilm. Im Ringofen gab es eine Multimedia-Installation; im Güterwaggon führte ein Magier in die Illusion, in der Maschinenhalle ertönte moderne Musik aus den Klängen früherer Arbeit. Im Werkstattgebäude lauschte man berühmter Literatur und Musik und hinter der Ziegelei luden WissenschaftlerInnen, Theologen, Projektmanager, Migranten, Politiker die etwa 600 BesucherInnen zu Gesprächen über Die ZUKUNFT DER STADT oder Die ZUKUNFT DER ARBEIT ein.

Angeführt von DudelsackspielerInnen machte sich das Publikum auf den Fußweg zur Burgruine. Vorbei an künstlerischen Installationen im Wald und zwei „Waldmusikerinnen“ ging es zum Burghof. Dem Geist des Ruhrtales auf der Spur mündete der Abend in eine Feuerzeremonie und DIE VERTREIBUNG VON GOLDEMARS FLUCH (den der Zwergenkönig Goldemar der Legende nach hier aussprach). Mit der Hilfe zweier veritabler Schamaninnen wurden die Burgruine, das Ruhrtal und die Stadt Witten endlich vom bösen Fluch des Zwergen Goldemar, der bis in unsere Tage auf ihnen lastete, befreit.

2010: Witten lächelte!

Die Akteure und die Kooperationspartner sind im Programmheft, das Sie hier downloaden können, aufgeführt.
erhard ufermann, andy dino iussa, andi dino iussa, ufermann+iussa, iussa+ufermann, jussa, lussa, kultur bewegt, event, kultur, kultuararbeit, bildung, theater, event, anstiftung, bandfabrik, arbeitslosenwalzer, kultur am rand, kulturoffensive, projekte, interkultur, interkultureller, dialog, austausch, beratung, unternehmensberatung, konzept, konzepte, konzeption, konzeptionen, organisation, bühne, agentur, planung, werkstatt, wuppertal, köln, koeln, duesseldorf, düsseldorf, rhein-ruhr, ruhrgebeit, nrw, langerfeld, qualifikation, mitarbeiter, personalentwicklung, unternehmenskultur, sozialarbeit, stadtteilarbeit, offene tuer, offene tür, kirche, pfarrer, evangelisch, diakonie, kirchen, city kirchen, city kirche, integration, randgruppe, randgruppen, festival, veranstaltung, konzert, booking, kunst, künstler, ausstellung, ausstellungen, museum, museen, alternative, szene
Sie befinden sich hier: Home Deutsch Projekte Atem der Talbewohner
Sprachauswahl: deutsch englisch
Wuppertal, den 14.12.2018
iussa.ufermann.net
iussa.ufermann.net/02/de/_content/projekte/atem.der.talbewohner/index.shtml
14.12.2018 - 04:27 Uhr
Andy Dino Iussa
Erhard Ufermann

Schwelmer Straße 133
42389 Wuppertal

Fon 0202-2602443
Fax 0202-4936798